Von Helmut Roleder, Businesstrainer und Ex-Fußballprofi
Es wäre wohl falsch, zu behaupten, wer im (Profi-)Sport eine Größe ist, wird automatisch in allen Bereichen seines Lebens erfolgreich sein. Doch ich bin überzeugt, dass sich Erfolgsfaktoren des Sports auf das Berufsleben und auf das Unternehmertum übertragen lassen. Mein eigenes Leben nach der Karriere als Fußballprofi (1972 bis 1986 Torhüter des VfB Stuttgart, 1984 Deutscher Meister) hat mich gelehrt, welche Komponenten in beiden Bereichen wichtig sind und letztendlich die Basis für den Weg nach oben bilden.
Ja, ich bin im Rückblick froh, dass ich nach der aktiven Laufbahn nicht im Profisport geblieben bin. Obwohl ich ein entsprechendes Angebot sicher sorgfältig geprüft oder gar angenommen hätte. Mich nochmals auf einem bis dato fremden Terrain durchzubeißen, diese Herausforderungen hat mich geprägt. Vom Sportkommentator aufzusteigen in die Unternehmensleitung eines mittelständischen Verlags und dazu noch eine Veranstaltungsgesellschaft zu leiten, das war nur mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz und Selbstdisziplin zu schaffen.
In dieser Zeit entstand mein Faible für die Tätigkeit als Trainer. Jedoch nicht im Fußball, sondern im Business. Hier kann ich meine Erfahrungen aus der Unternehmensleitung und die Impulse aus Trainerlehrgängen und Seminaren weitergeben, kann die Menschen fördern und fordern. Wie einst im Profisport. Heute freue ich mich über die Entwicklung des Fußballs zu einem riesigen Wirtschaftsfaktor und den Netzwerkcharakter der Businessbereiche in den Stadien. Ich betrachte kritisch, wie das Umfeld die Profis abschirmt, sie teilweise lenkt und beeinflusst. Nicht immer in die optimale Richtung.
Ich bin dankbar, wenn ich Menschen auf ihrem Erfolgsweg begleiten kann und ihnen aufzeigen darf, was sie sich vom Sport abschauen und in ihr Leben übertragen können. Erfolg ist kein Ergebnis, sondern ein ständiger Prozess. Daran zu arbeiten – mit möglichst vielen und vielfältig orientierten Menschen, das bringt mir heute die Freude, die ich früher beim Fußball empfand. Das Schönste jedoch ist, dass die Menschen, mit denen ich arbeite, für die ich Seminare gebe oder Referate halte, diese Freude mit mir teilen. Deshalb hat es sich gelohnt, mit 53 Jahren in eine späte und nicht risikolose Selbständigkeit zu starten.